
Allgemeines:
Schlittenhunderennen, vor wenigen Jahren allenfalls ein Sport für Eingeweihte,
werden immer beliebter und ziehen Jahr für Jahr immer mehr Menschen in ihren Bann.
Für den interessierten Zuschauer ist es aber nicht ganz leicht, die einzelnen Kategorien
auseinander zuhalten oder gar die Hunde sicher in ihren einzelnen Rassen zu unterscheiden.
Dazu gibt es noch verschiedene Rennarten, so dass für einen Außenstehenden das
Durcheinander perfekt ist.
Durch diese Beschäftigung mit den Hunden soll ihr ursprünglicher Arbeitswille, ihr Temperament
und ihr typisches, über Jahrhunderte gewachsenes Verhalten gefestigt und gefördert werden.
Falls sie mit dem Gedanken spielen, sich einen Schlittenhund als Gefährten zuzulegen,
eine Warnung: schon ein Schlittenhund reicht aus, das Leben einer Familie total umzukrempeln!
Schlittenhunde sind begeisterte Familienhunde, leidenschaftliche Jäger, ausdauernde Läufer und
möchten bei jeder Aktion dabei sein. Sollten noch Fragen bestehen, was wahrscheinlich der Fall
sein wird, zögern sie nicht, einen Musher anzusprechen, er gibt bestimmt gerne Auskunft.
Die Schlittenhunderassen:
Unsere Schlittenhunde gehören zur Gruppe der -Nordischen Hunde- und weisen in Aussehen,
Charakter und Verhalten einige gravierende Unterschiede zu den normalen mitteleuropäischen
Hunden auf.
Typisch für sie sind ein sehr dichtes Fell mit feiner Unterwolle, innen behaarte Stehohren,
eine buschige, über dem Rücken getragene Rute, kompakte Pfoten und schräg eingesetzte Augen,
die sehr an ihren Urahn, den arktischen Wolf, erinnern.
Alle Schlittenhunde sind generell menschenfreundlich und deshalb als Schutzhunde ungeeignet.
Die Freundlichkeit Menschen gegenüber wurde schon von den Eskimos gefördert, aggressive Hunde
wurden rigoros ausgemerzt so dass sie diesen Fehler nicht weitervererben konnten.
Schlittenhunde lassen sich zwar durchaus erziehen, werden aber niemals ein sklavisches verhalten an den Tag legen.
Sie sind sehr selbständig, außerordentlich neugierig und immer bereit, etwas zu erleben.
Einen Schlittenhund, der den Tag dösend vor der Haustür in der Sonne liegt und sich um nichts
und niemanden schert, gibt es nicht. Ihr größter Nachteil ist der stark ausgeprägter Jagdtrieb.
Ständig überprüfen sie ihre Umgebung und sind immer auf dem Sprung eine Verfolgung aufzunehmen.
Es ist deshalb ein großes Risiko, einen Schlittenhund ohne Leine laufen zu lassen, ein plötzlich
auffliegender Vogel reicht aus, den Hund in weite Fernen verschwinden zu lassen. Denken Sie
nicht dass er sich zurückpfeifen lässt, hier stellt er sich taub und interessiert sich nur noch für
seine Jagd. Ein Schlittenhund lebt nach dem Motto -Ich und der Chef-; die Lebensart des
Schäferhundes -Mein Herr und ich- kommt für ihn gar nicht erst in Frage.
Selbstverständlich haben Schlittenhunde auch ihre positiven Seiten. Sie sind intelligent, temperamentvoll, kontaktfreudig, robust und ausdauernd, dabei aber außerordentlich genügsam.
Aufgrund ihres starken Bewegungsdranges sind sie nichts für Leute, die sich einen attraktiven Hund als -Bodenvasenersatz- in die Diele setzen wollen. Die Freude über den Neid der Nachbarn wird schnell in Ärger umschlagen, wenn der Schlittenhund, unglücklich über sein einförmiges Leben, sich eine Beschäftigung nach der anderen ausdenkt und dabei ohne viel Federnlesens das Haus auf den Kopf stellt.
Schlittenhunde fühlen sich am wohlsten im Freien, was aber nicht heißen soll, dass sie das Sofa in der guten Stube verschmähen, im Gegenteil! Bei klirrendem Frost blühen sie so richtig auf und sind kaum zu bremsen, wohl dem, der ihnen jetzt eine rassegerechte Beschäftigung bieten kann.
Die Federation Cynologique International (FCI) erkennt vier Schlittenhunderassen an, den Alaskan Malamute, den Grönlandhund, den Samojeden und den Siberian Husky.
| Der Alaskan Malamute | Der Grönlandhund |
| - tiefe Brust und breiter Schädel | - Schulterhöhe ca. 60 cm |
| - Schulterhöhe zwischen 58 und 63 cm | - robust, kräftig |
| - Gewicht zwischn 32 und 44 kg | - Haltung mehrerer Grönlandhunde ist nicht ganz einfach |
| - Fellfarbe meistens wolfsgrau mit weiß oder schwarz mit weiß | |
| - freundlicher, verschmuster, zutraulicher Hund, manchmal albern und verspielt | |
| - achtet sehr auf die Rangordnung innerhalb des Rudels | |
| - Spitzname: "Lokomotive des Nordens" |

| Der Samojede | Der Siberian Husky |
| - langes weißes, manchmal bisquitfarbenes Fell | - oft blaue Augen, manchmal auch zweifarbig (particoloured) |
| - Anhänglichkeit gegenüber dem Besitzer | - kleinste und schnellste Art unter den Schlittenhunden |
| - Schulterhöhe zwischen 50 und 55 cm | - ausdauernde Lauffreudigkeit, Verträglichkeit und leichte Lenkbarkeit |
| - relativ mitteilsam | - sanft, kinderlieb und anpassungsfähig |
| - Jagdhelfer und Hüter von Rentieren | - Schulterhöhe 56 - 60 cm |
| - Gewicht zwischen 20 - 25 kg | |
| - Fellfarbe weiß bis schwarz, wolfsgrau, braunrot (Pinto) |
